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Verschiedene Dachformen: 6 typische Formen im Vergleich

Sattel-, Walm- oder Pultdach… das Angebot ist vielfältig, um dem Ziel, das eigene Dach über dem Kopf zu haben, näherrücken zu können. Für welchen Dachtyp man sich entscheidet, hängt größtenteils vom Geschmack und Geldbeutel des Bauherren ab.

Um langfristig zufrieden zu sein, müssen aber auch eventuelle spätere Wünsche und Pläne mit einkalkuliert werden. Zum Beispiel den Ausbau des Dachbodens, wenn die Kinder größer sind, den Aufbau einer Fotovoltaikanlage, oder gar eines kleinen Dachgartens. All das kann später umso einfacher verwirklicht werden, wenn man es bei der Entscheidung für einen Dachtyp mit bedacht hat.

Ist das Budget etwas kleiner, kann sich dagegen ein Satteldach lohnen, der Klassiker unter den verschiedenen Dacharten. Dieses eignet sich auch für ein günstigeres Nurdachhaus, dieses erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Leider besteht diese Entscheidungsfreiheit nicht überall. Mancherorts gibt die Bauordnung die Dachform vor. Darf man selbst wählen, hilft der nachfolgende Überblick über die verschiedenen Dachtypen.

Lesetipp: Wir haben bereits viele Werkzeuge für Dachdecke getestet, darunter z.B. Bohrer für Dachziegel, Akkuschrauber für Dachdecker, Hämmer für Dachpappnägel und Cuttermesser für Dachpappnägel.

#1 Flachdach

Das Flachdach ist sicher die einfachste aller Dachformen. Der Name täuscht allerdings ein wenig. Auch das Flachdach braucht eine, wenn auch geringere Neigung, damit das Regenwasser abfließen kann.

Die Dachneigung eines Flachdachs liegt normalerweise zwischen 1,1 bis 2,9 Grad. Das stellt eine gewisse Herausforderung für den Hausbau dar. Denn bei einer so geringen Neigung fließt das Regenwasser nicht so leicht ab, wie es rein rechnerisch sollte. Kleinste Fehler in den Dachziegeln, angesetztes Moos und ähnliches behindern den Abfluss möglicherweise.

Deshalb ist beim Bau eines Flachdachs besondere Sorgfalt vonnöten, um auch nicht den kleinsten Spalt in der Abdeckung zu übersehen. Positiv schlägt dagegen zu Buche, dass die darunter liegenden Räume keine schrägen Wände haben, sodass sie uneingeschränkt nutzbar sind. Besonders reizvoll ist zudem die Nutzung des Dachs als Dachgarten. Man spart damit Platz auf dem Grundstück und hat eine tolle Aussicht.

#2 Satteldach

Das Satteldach ist ebenfalls eine der klassizistischen Varianten und deshalb auch die beliebteste hier in Deutschland. Wie jedes gute Dach schützt es das Mauerwerk vor Nässe und trägt so zum langen Erhalt des Hauses bei.

Bei einer einfachen und dadurch kostengünstigen Konstruktion bietet es dennoch genug Platz, um den darunter liegenden Dachboden als Wohnraum zu nutzen. Außerdem lassen sich, bei genügender Stabilität, auch Fotovoltaik-Anlagen, oder Solartherme darauf installieren.

Wird der Winkel der Dachneigung nicht in der Bauordnung vorgeschrieben, kann man zwischen Flachsatteldach, Winkeldach, dem sogenannten altfränkischen Dach oder einem gotischen Dach wählen.

Während das altfränkische und das gotische Dach, mit 60+ Grad Neigungswinkel und sehr steil sind, haben Flachsatteldächer eine Neigung von gerade mal 30 Grad, oder sogar etwas weniger. Die meisten Bauherren entscheiden sich mit rund 45 Grad für die goldene Mitte. Wohl einer der Gründe, warum das Winkeldach auch als neudeutsches Dach bezeichnet wird.

#3 Pultdach

Wie das Flachdach besteht auch das Pultdach aus nur einer Fläche. Ein Pultdach ist im Grunde ein Flachdach mit einer Schräge von mindestens zehn Grad. Im Gegensatz zum Flachdach sind Pultdächer damit als Nutzfläche für einen Garten ungeeignet.

Dafür muss man sich keine Sorgen um Staunässe machen und auch Solaranlagen lassen sich darauf anbringen – wichtig für alle, die sich um die Nachhaltigkeit ihrer Lebensweise sorgen. Richtet man die Schräge nach Süden aus, bietet kein anderes Dach eine so große Fläche für den Aufbau von Solarpaneelen.

Der größte Vorteil liegt für die meisten Bauherren aber in der einfachen Konstruktion und dem damit verbundenen günstigen Preis, im Vergleich mit anderen Modellen. Da die Kosten beim Hausbau für die Mehrheit der privaten Bauherren das Hauptproblem darstellen, fällt die Entscheidung für ein Pultdach oft leicht.

Der Nachteil liegt in der geringeren Nutzfläche der Räume im Dachgeschoss, die sich jedoch mit etwas Fantasie kompensieren lassen. Preislich jedenfalls ist das Pultdach unschlagbar.

#4 Walmdach

Aufwändiger als die vorherigen Dachtypen ist das Walmdach. Bei diesem haben auch die Giebelseiten Dachflächen, die sich mit den Dachflächen der Traufseiten auf dem Dachfirst, der oberen Kante des Dachs, treffen.

Diese Form ist sehr stabil und bietet durch die beiden Giebel-Flächen darunter einen größeren Stau oder Wohnraum. Es liegt, mit circa 30 Prozent höheren Baukosten zum Satteldach, jedoch auch im höheren Preissegment.

Ein Walmdach lohnt sich dennoch, wenn man den Ausbau des Dachbodens plant und damit den entstehenden größeren Raum auch ausnutzt. Dazu kommt, dass die beiden Dachflächen der Giebelseite durch den Einbau von Fenstern zusätzlich Licht in die Räume bringen.

Je nach Neigung und Größe der einzelnen Flächen und des Dachfirstes unterscheidet man noch in verschiedene Walmdach-Arten, wie Krüppel-, Schopf-, Halb- oder Fußwalmdach. Bevor sich der Bauherr für eine Form entscheidet, sollte er wissen, wie er die darunter liegenden Räume langfristig nutzen möchte. Treffen die Dachflächen eines Walmdachs nicht in einer Kante, sondern in einer Spitze zusammen, nennt man dies ein Zeltdach.

#5 Zeltdach

Der wohl seltenste Dachtyp ist das Zeltdach. Dieses besteht aus mindestens drei, maximal vier Dachflächen, die, wie bei einem Ein-Mann-Zelt, dem es seinen Namen verdankt, in einer Spitze aufeinander treffen. Diese Form hat in seinem Aussehen etwas Märchenhaftes und sieht besonders bei kleineren Häusern reizvoll aus.

Sie ist bautechnisch allerdings wesentlich anspruchsvoller als andere Dachformen und damit auch teurer, sodass sie bei uns nur vereinzelt anzutreffen ist. Will man sich während der Entscheidungsfindung ein paar Häuser mit Zeltdächern ansehen, wird man am ehesten in teureren Stadtvierteln fündig.

Wer etwas Besonderes will und nicht so scharf kalkulieren muss, sollte das Zeltdach unbedingt in die engere Wahl nehmen. Es sieht nicht nur gut aus, sondern bietet auch reichlich Raum unter dem Dach und ist durch seine größere Flächenneigung auch gut für Solaranlagen geeignet.

#6 Mansardendach

Das Mansardendach gehört ebenfalls zu den aufwändigeren Konstruktionen. Dafür bietet es auch den meisten Platz darunter. Bei diesem Dachtyp sind die Flächen im unteren Bereich abgeknickt. Die dadurch entstehende geringere Schräge im unteren Teil des Innenraumes bietet entsprechend mehr Platz und Komfort.

Dieser wird allerdings durch Abstriche bei der Bausicherheit erkauft, da dieser Knick in den Dachflächen ein Schwachpunkt darstellt, an dem es häufiger zu Problemen und damit in Folge zu notwendigen Wartungsarbeiten kommt. Ein Mansardendach ist daher eher für Bauherren geeignet, die es sich leisten können, mehr auf das Aussehen des Hauses und dessen Komfort Wert zu legen.

Auch wenn für Viele das vorhandene Budget entscheidend für die Wahl eines Dachtyps ist, ein Großteil der Kosten entfällt auf die Dachziegel. Und bei diesen ist die Auswahl und damit die Preisdifferenz mindestens ebenso groß, wie bei der Form der Dächer. Das bietet allen Bauherren eine Möglichkeit, sich vielleicht zugunsten eines teureren Dachtyps für preiswertere Ziegel zu entscheiden.

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