Güde Airpower 180/08 oder metabo Basic 160-6 W OF: Kessel oder Luftstrom?

Zwei kleine Kompressoren, beide ölfrei, beide auf 8 bar, beide zum Tragen gebaut. Der Güde Airpower 180/08 hat keinen Druckkessel und schickt die Luft direkt in den Schlauch. Der Metabo Basic 160-6 W OF hat sechs Liter Vorrat und arbeitet damit wie ein großer Kompressor im Kleinformat.
Das ist kein Detail am Rande, sondern der ganze Unterschied. Er entscheidet, welche Werkzeuge an das Gerät dürfen und welche nicht. Wir haben beide einzeln angesehen, den Güde Airpower 180/08 im Test, und legen sie hier nebeneinander.
- Güde, wenn dauerhaft Luft fließen soll140 statt 55 Liter je Minute, dazu drei Kilo leichter
- Metabo, wenn ein Werkzeug stoßweise ziehtsechs Liter Vorrat, Druckminderer und Manometer
- Beide gleich8 bar, ölfrei, tragbar, beide für Lackieren zu klein
Die zwei Kandidaten
Güde Airpower 180/08
Ohne Kessel, 140 l/min effektiv, 4,5 kg
metabo Basic 160-6 W OF
6 Liter Kessel, 55 l/min effektiv, 8,4 kg
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Güde Airpower 180/08 | metabo Basic 160-6 W OF |
|---|---|---|
| Druckkessel | keiner | 6 l |
| Motorleistung | 1,1 kW, S3 15 Prozent | 0,9 kW |
| Maximaler Druck | 8 bar | 8 bar |
| Ansaugleistung | 180 l/min | 160 l/min |
| Effektive Liefermenge | 140 l/min | 55 l/min bei 6,4 bar |
| Einschaltdauer | S3, 15 Prozent | keine Angabe |
| Drehzahl | 3400 min-1 | 3500 min-1 |
| Verdichter | ölfrei, Riemenantrieb | ölfreier Kolbenverdichter |
| Gewicht | 4,5 kg laut Anleitung, 5,4 kg laut Produktseite | 8,4 kg |
| Abmessungen | 305 x 155 x 335 mm | 340 x 300 x 290 mm |
| Schallleistungspegel | 97 dB(A) | 94 dB(A) |
| Schalldruckpegel | keine Angabe | 82 dB(A) |
| Druckregelung | nicht vorhanden | Druckminderer, Manometer, Kondensatablass |
| Zubehör im Karton | Schlauch, Ausblaspistole, Reifenfüller, Ballnadel, Ventiladapter | Universal-Schnellkupplung |
| Artikelnummer | 50077 | 601501000 |
Werte nach den Angaben der Hersteller, nachzulesen bei Güde und bei Metabo. Beim Gewicht des Güde widersprechen sich Betriebsanleitung und Produktseite, beide Werte stehen oben. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere.
Was aus den Zahlen folgt
Der Vorrat ist kleiner, als die Kesselgröße vermuten lässt
Sechs Liter bei 8 bar klingen nach einem soliden Puffer. Nutzbar ist davon aber nur der Teil oberhalb des Drucks, den das Werkzeug sehen will, und das sind bei den meisten Druckluftgeräten 6 bar.
Was im Kessel des Metabo wirklich steht
6 Liter mal 8 bar ergeben rund 48 Liter entspannte Luft im vollen Zustand.
Nutzbar ist nur die Differenz zum Arbeitsdruck: 6 Liter mal 2 bar, also rund 12 Liter, bevor der Druck unter 6 bar fällt.
Ein Drucklufttacker verbraucht je nach Modell ein bis zwei Liter je Schuss. Aus dem Vorrat allein kommen also rund acht Schüsse, danach arbeitet man im Takt des Motors.
Genau dieser Takt ist der Punkt. Der Metabo schiebt danach 55 Liter je Minute nach, also knapp einen Liter je Sekunde, und damit ist ein Schuss alle ein bis zwei Sekunden dauerhaft möglich. Für Sockelleisten, Dachlatten und Polsterarbeiten reicht das. Für den Güde gilt diese Rechnung gar nicht, weil er nichts speichert.
Zweieinhalb Mal so viel Luft, und trotzdem kein Werkzeuggerät
Die effektive Liefermenge des Güde liegt bei 140 Litern je Minute, die des Metabo bei 55. Das ist ein Verhältnis, das man in dieser Preisklasse selten so deutlich sieht, und es kehrt die Erwartung um: Das Gerät ohne Kessel liefert mehr Luft.
Luftmenge je zehn Minuten
Güde: 140 l/min klingen nach 1400 Litern in zehn Minuten. Die Einschaltdauer S3 mit 15 Prozent erlaubt aber nur rund anderthalb Minuten Lauf je zehn Minuten, also rund 210 Liter.
Metabo: Zur Einschaltdauer macht Metabo keine Angabe. Selbst bei nur der Hälfte der Zeit wären es 275 Liter, dazu die 48 Liter aus dem Kessel.
Der Vorsprung des kessellosen Geräts gilt also je Minute, nicht je Stunde. Das ist eine Schätzung für den Metabo, weil die Einschaltdauer dort fehlt, und keine Herstellerangabe.
Damit steht die eigentliche Frage fest, und sie lautet nicht „wie viel Luft“, sondern „wie verteilt“. Wer ausbläst, Reifen füllt oder eine Luftmatratze aufpumpt, will einen Strom und bekommt ihn vom Güde schneller. Wer ein Werkzeug anschließt, das in Millisekunden zugreift, braucht den Kessel, und dann sind 55 Liter mit Puffer mehr wert als 140 ohne.
Drei Kilogramm und die halbe Grundfläche
Der Güde wiegt je nach Herstellerquelle 4,5 oder 5,4 Kilogramm, der Metabo 8,4. Dazu kommt der Platzbedarf, und der fällt noch deutlicher aus, als die Zahlen einzeln vermuten lassen.
Stellfläche im Vergleich
Güde: 305 mal 155 Millimeter ergeben rund 470 Quadratzentimeter.
Metabo: 340 mal 300 Millimeter ergeben rund 1020 Quadratzentimeter.
Der Kessel kostet also mehr als das doppelte an Stellfläche, bei knapp der doppelten Masse. Wer den Kompressor im Kofferraum mitführt, merkt beides.
Wofür welches Modell reicht
Die Liste ist nach Werkzeug sortiert, weil die Bauart eine Funktion des Verbrauchsmusters ist und nicht der Gerätegröße. Welche Klassen darüber liegen, zeigt die Übersicht der Kompressoren, und welche Geräte in den Kofferraum gehören, steht bei den mobilen Kompressoren.
Wo jeder von beiden gewinnt
Für den Güde spricht
- 140 statt 55 Liter je Minute, also zweieinhalb Mal so viel Dauerluft
- Rund drei Kilogramm leichter und halb so viel Stellfläche
- Schlauch, Ausblaspistole, Reifenfüller und Adapter liegen bei
- Kein Kessel heißt kein Kondensat und keine Entwässerung
- Einschaltdauer und Liefermenge stehen beide im Datenblatt
Für den Metabo spricht
- Sechs Liter Vorrat, damit sind stoßweise arbeitende Werkzeuge möglich
- Druckminderer und Manometer, der Arbeitsdruck ist einstellbar
- 3 dB(A) weniger Schallleistung, dazu ein angegebener Schalldruckpegel
- Zehn Jahre Garantie auf den Kessel gegen Durchrostung
- Kondensatablass, ohne den kein Kessel lange hält
Ein ehrlicher Satz dazu: Der Güde ist kein schlechterer Kompressor, er ist eine andere Maschine. Ohne Kessel gibt es keinen Arbeitsdruck, sondern nur einen Volumenstrom, und damit fällt jedes Werkzeug aus, das auf konstanten Druck angewiesen ist. Wie sich der Kleine mit Kessel allein schlägt, steht im Einzeltest zum metabo Basic 160-6 W OF.




