metabo Basic 160-6 W OF Test: Was 55 Liter pro Minute wirklich reichen

Der Metabo Basic 160-6 W OF ist ein Kompressor für Leute, die einen brauchen und keinen Platz dafür haben. Sechs Liter Kessel, 8,4 Kilogramm, ein Tragegriff. Er steht nicht in der Ecke, er wird geholt.
Die Zahl, an der sich alles entscheidet, ist nicht der Druck und nicht die Ansaugleistung, sondern die effektive Liefermenge von 55 Litern pro Minute. Wir haben uns angesehen, was damit geht und was nicht.
Die Daten im Überblick
| Modell | metabo Basic 160-6 W OF, Bestellnummer 601501000 |
|---|---|
| Nennaufnahmeleistung | 0,9 kW |
| Maximaler Druck | 8 bar |
| Ansaugleistung | 160 l/min |
| Füllleistung | 65 l/min |
| Effektive Liefermenge | 55 l/min bei 80 Prozent des Maximaldrucks |
| Kesselgröße | 6 l |
| Maximale Drehzahl | 3500 min-1 |
| Verdichter | ölfreier Kolbenverdichter |
| Abmessungen | 340 x 300 x 290 mm |
| Gewicht | 8,4 kg |
| Schallleistungspegel | 94 dB(A) |
| Schalldruckpegel | 82 dB(A) |
| Kabellänge | 1,5 m |
| Lieferumfang | Universal-Schnellkupplung |
| Garantie | zehn Jahre auf den Kessel gegen Durchrostung |
Werte nach dem Datenblatt von Metabo. Ansaugleistung, Füllleistung und effektive Liefermenge sind drei verschiedene Größen. Für die Praxis zählt die letzte.
Warum 55 Liter die entscheidende Zahl sind
Kompressoren werden mit der Ansaugleistung beworben, weil sie die größte der drei Zahlen ist. 160 Liter pro Minute klingen nach viel. Angesaugt wird aber Luft bei Umgebungsdruck, und was am Ende aus der Kupplung kommt, ist deutlich weniger: 55 Liter pro Minute bei 6,4 bar.
Damit lässt sich rechnen. Ein Druckluft-Tacker verbraucht je nach Modell ein bis zwei Liter pro Schuss. Bei 55 Litern Nachschub pro Minute sind das rund dreißig Schuss in der Minute, ohne dass der Kessel leerläuft. Für Sockelleisten, Dachlatten und Polsterarbeiten ist das völlig ausreichend.
Eine Lackierpistole zieht dagegen 150 bis 250 Liter pro Minute, und zwar durchgehend. Da hilft auch der Kessel nichts, er ist nach zwanzig Sekunden leer und der Motor kommt nicht hinterher. Wer lackieren will, braucht ein Gerät in einer anderen Klasse, wie unsere Übersicht der Kompressoren zeigt.
Was der Sechs-Liter-Kessel wirklich leistet
Sechs Liter bei 8 bar sind rund 48 Liter Luft im Vorrat, abzüglich des Drucks, den das Werkzeug mindestens braucht. Nutzbar bleibt also weniger, als die Kesselgröße vermuten lässt. Der Kessel ist hier kein Speicher für langes Arbeiten, sondern ein Puffer für Spitzen. Genau dafür ist er da, und genau darin liegt der Unterschied zu einem kessellosen Gerät wie dem Güde Airpower 180/08.
Ölfrei heißt wartungsfrei, aber nicht leise
Der Verdichter arbeitet ohne Öl. Du füllst nichts nach, wechselst nichts und bekommst keine Ölnebel in die Leitung, was beim Lackieren und bei Lebensmittelnähe zählt. Der Preis ist die Lautstärke: 94 dB(A) Schallleistung sind für einen Kompressor dieser Größe normal und trotzdem laut. Ölgeschmierte Geräte laufen ruhiger, brauchen dafür Pflege.
Der Kondensatablass am Kessel ist kein Zubehör, sondern Pflichtprogramm. Beim Verdichten fällt Wasser an, das sich unten im Behälter sammelt. Wer den Ablass nie öffnet, rostet den Kessel von innen durch, und dann greift auch die Zehnjahresgarantie nicht mehr.
Wo er an Grenzen kommt
Dafür
- Druckminderer mit Manometer ab Werk, kein Nachrüsten nötig
- Ölfrei, damit wartungsarm und ohne Ölnebel
- 8,4 Kilogramm, einhändig zu tragen
- Kondensatablass vorhanden
- Überlastschutz am Motor
- Zehn Jahre Garantie auf den Kessel gegen Durchrostung
Dagegen
- 55 l/min effektiv sind zu wenig für Lackierpistole oder Druckluftschleifer
- Nur die Schnellkupplung im Lieferumfang, Schlauch und Werkzeug fehlen
- 94 dB(A), Gehörschutz gehört dazu
- Kabel mit 1,5 m ist kurz, eine Verlängerung ist Pflicht
- Sechs Liter Vorrat sind schnell aufgebraucht
Das kurze Kabel ist der Punkt, der im Alltag am häufigsten stört und am leichtesten zu lösen ist. Beim Zubehör solltest du den Schlauch und die Anschlussstücke gleich mit einplanen, sonst steht das Gerät am ersten Tag ungenutzt da.
Passt er zu deiner Arbeit?
Ja, wenn
- du Reifen füllst, ausbläst und gelegentlich tackerst
- der Kompressor nach der Arbeit wieder weggeräumt wird
- du keine Wartung mit Ölwechsel möchtest
- dir ein Druckminderer ab Werk wichtig ist
Nein, wenn
- du lackieren, sandstrahlen oder druckluftschleifen willst
- du längere Zeit am Stück Luft brauchst
- der Kompressor ohnehin fest steht und Platz da ist
- du einen Schlagschrauber für Radmuttern betreiben möchtest
Wer sich in der rechten Spalte wiederfindet, sollte gleich zu 24 oder 50 Litern greifen. Der Aufpreis ist geringer als der Ärger, ein Gerät zweimal zu kaufen.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn es günstiger sein soll: Güde Airpower 190/08/6
Güde baut in derselben Größenordnung einen Sechs-Liter-Kompressor, ölfrei und mobil ausgelegt. Er kostet spürbar weniger und deckt denselben Einsatzbereich ab. An Verarbeitung und Ausstattung merkt man den Unterschied, an der Grundfunktion nicht.
Wenn mehr Vorrat nötig ist: metabo Basic 200-24
Vierundzwanzig Liter statt sechs verändern die Rechnung deutlich. Damit lassen sich auch Werkzeuge betreiben, die länger am Stück Luft ziehen. Er ist größer, schwerer und kein Gerät mehr, das man mal eben mitnimmt.
Wenn Zubehör dabei sein soll: Scheppach HC06
Der HC06 kommt mit sechs Litern Kessel und einem sechsteiligen Zubehörset, also Schlauch, Ausblaspistole und Adaptern. Wer bei null anfängt und nicht separat einkaufen will, spart hier den zweiten Bestellvorgang.



