Einhell TC-BJ 900 oder Bosch GFF 18V-22: welche Flachdübelfräse passt?

Beide Maschinen machen dasselbe: Ein Scheibenfräser fährt aus dem Gehäuse, schneidet eine halbmondförmige Nut in die Kante, und ein gepresstes Buchenplättchen hält anschließend zwei Bretter bündig zusammen. Die Einhell TC-BJ 900 ist der Einstieg in diese Bauart, die Bosch GFF 18V-22 das Werkzeug für den, der davon lebt.
Beide drehen mit 11.000 Umdrehungen, und beide nehmen dieselben Flachdübel. Der Unterschied liegt in der Frästiefe, im Antrieb und in dem, was die Hersteller über ihre Geräte überhaupt schreiben. Wir haben beide einzeln angesehen, die Einhell TC-BJ 900 im Test, und legen sie hier nebeneinander.
- Einhell, wenn Flachdübel eine von vielen Arbeiten sind14 mm Tiefe decken alle drei Dübelgrößen ab
- Bosch, wenn du täglich Korpusse baust22 mm Tiefe, 8 dB(A) leiser, kein Kabel an der Werkstückkante
- Beide gleich11.000 Umdrehungen, Bohrung 22 mm, Staubbeutel im Lieferumfang
Die zwei Kandidaten
Einhell TC-BJ 900
860 W am Netz, 14 mm Frästiefe, 2,95 kg
Bosch GFF 18V-22 Professional
18 V Akku, 22 mm Frästiefe, 2,6 kg ohne Akku
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Einhell TC-BJ 900 | Bosch GFF 18V-22 |
|---|---|---|
| Antrieb | 860 W am Netz | 18 V Akku, solo geliefert |
| Leerlaufdrehzahl | 11.000 min-1 | 11.000 min-1 |
| Scheibenfräser | Ø 100 x 22 x 3,8 mm | Ø 105 mm, Bohrung 22 mm, 8 Zähne |
| Max. Frästiefe | 14 mm | 22 mm |
| Tiefenverstellung | sechs Stufen | keine Angabe |
| Winkelanschlag | 0 bis 90° | keine Angabe |
| Gewicht laut Datenblatt | 2,95 kg | 2,6 kg ohne Akku |
| Gewicht einsatzbereit | 2,95 kg | 2,6 kg zuzüglich Akku |
| Schalldruckpegel | 88 dB(A) | 80 dB(A) |
| Schallleistungspegel | 99 dB(A) | 91 dB(A) |
| Vibration ah | 5,252 m/s² am Handgriff, ≤ 2,5 am Zusatzgriff | keine Angabe |
| Zum Betrieb nötig | nichts weiter | Akku und Ladegerät |
| Absaugung | Adapter und Staubfangsack | Staubbeutel und Anklippscheibe |
| Artikelnummer | 4350620 | 0601620100 |
Werte nach den Datenblättern der Hersteller, nachzulesen bei Einhell und bei Bosch Professional. Zum Vibrationswert und zu den Tiefenstufen macht Bosch keine Angabe, das ist kein schlechterer Wert und deshalb nicht markiert.
Was aus den Zahlen folgt
Die Frästiefe entscheidet über die Art der Verbindung, nicht über ihre Güte
Flachdübel gibt es in drei Größen: 0, 10 und 20. Die größte davon braucht eine Nut von gut zwölf Millimetern je Seite. Damit deckt die Einhell mit ihren 14 Millimetern das gesamte Standardsortiment ab, und die 22 Millimeter der Bosch liegen darüber.
Was die acht Millimeter mehr kaufen
Flachdübel Größe 20: rund 12 mm Nuttiefe je Seite. Einhell 14 mm, Bosch 22 mm, beide reichen.
Übrig bleiben bei der Bosch 10 Millimeter Reserve. Die braucht kein Holzplättchen, sondern nur die Verbindungsbeschläge, die statt der Plättchen in dieselbe Nut gesetzt werden.
Wer nie mit solchen Beschlägen arbeitet, bezahlt bei der Bosch eine Tiefe, die im Werkstück nie ankommt.
Für die Verbindung selbst zählt etwas anderes: dass die Nut in beiden Werkstücken auf derselben Höhe sitzt. Das ist eine Frage des Anschlags und der Auflage, nicht der Maschine. Ein halber Grad Abweichung fällt bei einer Nut nicht auf und summiert sich beim vierseitigen Korpus zu einer sichtbaren Fuge.
Gleiche Drehzahl, größere Scheibe, kaum Unterschied
Beide Maschinen drehen mit 11.000 Umdrehungen. Was das Holz schneidet, ist aber nicht die Drehzahl, sondern die Geschwindigkeit am Umfang der Scheibe, und die hängt zusätzlich am Durchmesser.
Schnittgeschwindigkeit am Fräser
Einhell: 0,100 m mal Pi mal 11.000 Umdrehungen je Minute, geteilt durch 60, ergibt rund 58 Meter je Sekunde.
Bosch: dieselbe Rechnung mit 0,105 m ergibt rund 60 Meter je Sekunde.
Fünf Millimeter mehr Durchmesser sind rund fünf Prozent mehr Schnittgeschwindigkeit. Am Schnittbild ändert das nichts. Die Zahl, die es ändert, ist die Zähnezahl, und die nennt nur Bosch.
Damit fällt ein Argument weg, das bei Akkumaschinen sonst regelmäßig gilt. Eine Akku-Mauernutfräse dreht spürbar langsamer als ihr Netzgegenstück, hier ist die Drehzahl identisch. Wie groß der Unterschied ausfallen kann, wenn er auftritt, zeigt der Vergleich zwischen Netz- und Akku-Mauernutfräse.
Der Akku dreht den Gewichtsvorteil um
Im Datenblatt ist die Bosch mit 2,6 gegen 2,95 Kilogramm die leichtere Maschine. Der Wert gilt allerdings ohne Akku, und ohne Akku fräst sie nicht.
Gewicht in der Hand
Bosch: 2,6 kg plus Akku. Jeder 18-Volt-Akku wiegt mehr als 350 Gramm, die großen Ausführungen deutlich mehr.
Einhell: 2,95 kg, das Kabel trägt die Wand.
Der Datenblattvorsprung von 350 Gramm ist damit im Einsatz aufgebraucht, und bei einem großen Akku kehrt er sich um. Leichter ist die Bosch nur im Koffer.
Wofür welches Modell reicht
Die Liste ist nach Werkstück sortiert, weil die Frästiefe eine Funktion der Verbindungsart ist und nicht des Anspruchs. Wer noch offen ist, welche Klasse überhaupt passt, findet in der Übersicht der Flachdübelfräsen die Geräte darüber und darunter.
Wo jeder von beiden gewinnt
Für die Einhell spricht
- Einsatzbereit ohne Zusatzkauf, kein Akku, kein Ladegerät
- Winkelanschlag von 0 bis 90 Grad, Wert steht im Datenblatt
- Sechs feste Tiefenstufen, über zwanzig Nuten hinweg reproduzierbar
- Führung aus Aluminium statt aus Kunststoff
- Vibrationswerte für beide Griffe angegeben
Für die Bosch spricht
- 22 statt 14 Millimeter Frästiefe, damit auch Verbindungsbeschläge
- 8 dB(A) weniger Schalldruck, über einen Arbeitstag der größte Gewinn
- Kein Kabel an der Werkstückkante und keine Steckdose nötig
- Scheibenfräser mit 105 Millimetern und acht Zähnen
- Akkus aus dem 18V System und von AMPShare passen
Ein ehrlicher Satz dazu: Die Bosch ist die bessere Maschine, aber nicht in den Punkten, die eine Regalwand betreffen. Sie gewinnt bei Lautstärke, Bewegungsfreiheit und Beschlagsnuten, also bei allem, was mit der Häufigkeit der Arbeit zu tun hat. Wie sie sich allein schlägt, steht im Einzeltest zur Bosch GFF 18V-22.




