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Einhell TC-AC 240/50/10 OF oder Scheppach HC35V: welcher Kompressor passt?

Zwei ölfreie Kolbenkompressoren mit 1500 Watt, beide auf 10 bar, beide stehend, beide in derselben Preisklasse: der Einhell TC-AC 240/50/10 OF und der Scheppach HC35V. Sie stehen im Baumarkt zwei Meter auseinander und sehen aus wie dasselbe Gerät in zwei Größen. Der eine hat 50 Liter Kessel, der andere 30.

Der Unterschied ist trotzdem nicht der Kessel, sondern das, was die beiden Hersteller über ihre Maschinen verraten. Einhell nennt die Abgabeleistung bei drei Drücken, Scheppach nennt sie gar nicht. Wir haben beide Geräte einzeln angesehen, den Einhell TC-AC 240/50/10 OF im Test, und legen sie hier nebeneinander.

Die Kurzantwort
Der Einhell hält zwei Drittel mehr nutzbare Luft bereit und ist das einzige der beiden Datenblätter, aus dem hervorgeht, wie viel Luft vorn tatsächlich ankommt. Der Scheppach wiegt 17 statt 22 Kilogramm und braucht eine Grundfläche von rund 35 mal 38 Zentimetern. Wer den Kompressor einmal aufstellt und stehen lässt, entscheidet anders als jemand, der ihn in den Kofferraum hebt.
  • Einhell, wenn Druckluftwerkzeug ins Haus kommtmehr Reserve, dokumentierte Abgabeleistung
  • Scheppach, wenn der Kompressor bewegt wirdfünf Kilogramm leichter, kleine Grundfläche
  • Beide gleich10 bar, 1500 Watt, ölfrei, gleiche Pumpendrehzahl

Die zwei Kandidaten

Einhell TC-AC 240/50/10 OF

50 Liter, 240 l/min Ansaugleistung, 22,24 Kilogramm

Der mit der Reserve
Einhell Kompressor TC-AC 240/50/10 OF (1500 W., max. 10 bar, 50 l-Tank, 240 l/min Ansaugleistung, Motordrehzahl 18000 min^-1, Druckminderer, Manometer, ölfrei)
Einhell TC-AC 240/50/10 OFStehend, ölfrei, 77 dB(A) nach Herstellerangabe.

Scheppach HC35V

30 Liter, 180 l/min Ansaugleistung, 17 Kilogramm

Der Tragbare
Scheppach Druckluft Kompressor stehend HC35V mit 10 bar Druck & 30 L Kessel
Scheppach HC35VStehend, ölfrei, mit Rädern und Standfuß im Lieferumfang.

Die Daten nebeneinander

MerkmalEinhell TC-AC 240/50/10 OFScheppach HC35V
Kesselvolumen50 l30 l
Max. Betriebsdruck10 bar10 bar
Leistungsaufnahme1500 W in Betriebsart S31500 W
Ansaugleistung240 l/min180 l/min
Abgabeleistung 0 / 4 / 7 bar173 / 107 / 76 l/minkeine Angabe
EinschaltdauerS3, 25 Prozentkeine Angabe
Pumpendrehzahl4000 min-14000 min-1
Motordrehzahl18.000 min-1keine Angabe
Schmierungölfreiölfrei
Schalldruckpegel77 dB(A)keine Angabe
Gewicht22,24 kg17 kg netto
Abmessungenkeine Angabe730 x 350 x 375 mm
Bauformstehendstehend
Artikelnummer40103935906169901

Werte nach den Datenblättern der Hersteller, nachzulesen bei Einhell und bei Scheppach. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe ist kein schlechterer Wert und deshalb nicht markiert.

Was aus den Zahlen folgt

Die Abgabeleistung des Scheppach lässt sich ausrechnen

Die Ansaugleistung ist die Luftmenge, die der Kolben schluckt, nicht die, die vorn aus dem Schlauch kommt. Einhell nennt beide Werte, Scheppach nur die Ansaugleistung. Nun sind die beiden Maschinen konstruktiv erstaunlich nah beieinander: ölfrei, 1500 Watt, 10 bar und exakt dieselbe Pumpendrehzahl von 4000 Umdrehungen. Damit lässt sich der Abschlag des einen auf den anderen übertragen.

Geschätzte Abgabeleistung des HC35V

Einhell: 173 von 240 l/min bei 0 bar, das sind 72 Prozent. 76 von 240 l/min bei 7 bar, das sind 32 Prozent.

Auf 180 l/min Ansaugleistung übertragen: rund 130 l/min bei 0 bar und rund 57 l/min bei 7 bar.

Das ist eine Schätzung und keine Herstellerangabe. Sie reicht aber, um die Werkzeugfrage zu beantworten: unter 60 Litern je Minute bei Arbeitsdruck fällt alles aus, was dauerhaft Luft zieht.

Damit ist die wichtigste Zahl des Vergleichs eine, die auf keinem der beiden Kartons steht. Beide Geräte liegen im selben Bereich, der Einhell mit rund einem Drittel mehr. Für Nagler, Tacker, Reifen und Ausblaspistole spielt der Unterschied keine Rolle, weil diese Werkzeuge stoßweise verbrauchen. Für Schleifer, Meißelhammer und Sandstrahlen reicht keiner von beiden, und zwar nicht knapp.

Der größere Kessel kostet weniger Wartezeit, als man denkt

Ein Kessel speichert Liter mal Druck. Nutzbar ist nur, was oberhalb des Drucks liegt, den das Werkzeug sehen will, üblicherweise 6 bar. Beide Geräte schalten bei 10 bar ab, der Abstand beträgt also bei beiden 4 bar.

Reserve und Nachlaufzeit

Einhell: 50 Liter mal 4 bar entspricht rund 200 Litern entspannter Luft. Nachfüllen mit rund 76 l/min dauert etwa zweieinhalb Minuten.

Scheppach: 30 Liter mal 4 bar entspricht rund 120 Litern. Nachfüllen mit den geschätzten 57 l/min dauert etwa zwei Minuten.

Zwei Drittel mehr Reserve kosten eine halbe Minute mehr Nachlauf. Der große Kessel macht das Warten nicht länger, er macht es seltener.

Das ist das Argument für den Einhell, und es ist ein anderes als das übliche. Nicht die 50 Liter an sich sind der Gewinn, sondern die Tatsache, dass die größere Pumpe sie in derselben Zeit füllt. Wer einen 50-Liter-Kessel an einer kleinen Pumpe kauft, bekommt genau den umgekehrten Effekt: lange Reserve, lange Pause.

Fünf Kilogramm sind mehr, als die Tabelle sagt

22,24 gegen 17 Kilogramm klingt nach wenig. Es sind knapp 31 Prozent Aufschlag, und die spürt man genau dann, wenn der Kompressor nicht an seinem Platz bleibt. Der Scheppach nennt seine Maße, 730 Millimeter hoch auf einer Grundfläche von 350 mal 375 Millimetern, und liefert Räder und Standfuß mit. Einhell macht zu den Abmessungen keine Angabe.

Umgerechnet auf das, was das Gerät leistet, dreht sich das Bild allerdings wieder: Der Einhell bringt 200 Liter nutzbare Reserve bei 22,24 Kilogramm, der Scheppach 120 Liter bei 17. Je Liter Reserve ist der große also der leichtere. Das nützt nur niemandem, der ihn eine Treppe hochträgt.

Wenn Druckluftwerkzeug dazukommt
Einhell Kompressor TC-AC 240/50/10 OF (1500 W., max. 10 bar, 50 l-Tank, 240 l/min Ansaugleistung, Motordrehzahl 18000 min^-1, Druckminderer, Manometer, ölfrei)
Einhell TC-AC 240/50/10 OF50 Liter bei 10 bar, dokumentierte Abgabeleistung bei drei Drücken, 77 dB(A). Die Maschine für alle, die den Kompressor einmal hinstellen und dann Werkzeug anschließen.

Wofür welches Modell reicht

Nach Werkzeug entschieden
Reifen füllen, ausblasen, Fahrrad
Kurze Entnahmen, 120 Liter Reserve sind mehr als genug.
Drucklufttacker und Nagler
Ein Schuss verbraucht wenig, zwischen den Schüssen füllt die Pumpe nach.
Schlagschrauber am Rad
Hoher Verbrauch in wenigen Sekunden, hier zählt der größere Puffer.
Kleine Teile lackieren
Dauerverbrauch. 76 l/min bei 7 bar sind die Untergrenze, nicht die Empfehlung.
Schleifer, Meißel, Sandstrahlen
Mehrere hundert Liter je Minute dauerhaft. Falsche Geräteklasse.
Kompressor wandert mit
17 Kilogramm, kleine Grundfläche, Räder und Standfuß dabei.

Die Liste ist nach Werkzeug sortiert, weil die Kesselgröße eine Funktion des Verbrauchs ist und nicht des Budgets. Wer noch gar nicht weiß, welche Geräte später am Schlauch hängen, findet in der Übersicht der Kompressoren die Klassen darüber und darunter.

Wo jeder von beiden gewinnt

Für den Einhell spricht

  • Zwei Drittel mehr nutzbare Reserve bei gleichem Abschaltdruck
  • Ein Drittel mehr Luft je Minute, und zwar belegt statt geschätzt
  • Abgabeleistung für drei Drücke im Datenblatt
  • Schalldruckpegel und Einschaltdauer sind angegeben
  • Nachlaufzeit trotz größerem Kessel kaum länger

Für den Scheppach spricht

  • 5,24 Kilogramm leichter, das ist knapp ein Viertel weniger
  • Grundfläche von rund 35 mal 38 Zentimetern, Maße sind angegeben
  • Räder und Standfuß gehören zum Lieferumfang
  • Gleicher Maximaldruck und gleiche Pumpendrehzahl wie der Größere
  • Für stoßweise arbeitende Werkzeuge kein spürbarer Nachteil

Ein ehrlicher Satz dazu: Der Einhell ist nicht die bessere Maschine, er ist die größere Antwort auf eine bestimmte Art von Verbrauch. Wer nur tackert und Reifen füllt, kauft mit 50 Litern eine Reserve, die er nie anfasst, und trägt dafür fünf Kilogramm mehr durch die Werkstatt. Wie sich der Kleinere allein schlägt, steht im Einzeltest zum Scheppach HC35V.

Wenn keiner von beiden passt

Drei Wege daneben
Der Ausdauernde
Einhell Kompressor TC-AC 190/24/8 I OF (1100 Watt, max. 8 bar, 24-Liter-Tank, 190 l/min Ansaugleistung, ölfrei, wartungsarm, Manometer, Druckminderer)
Wenn die Einschaltdauer wichtiger ist als der KesselEinhell TC-AC 190/24/8 I OF24 Liter und nur 8 bar, dafür ein Induktionsmotor mit 2850 Umdrehungen und S3 bei 50 statt 25 Prozent. Das Gerät für lange, gleichmäßige Arbeiten statt für Lastspitzen.
Güde Kompressor Airpower 180/08 (ölfrei & wartungsarm, Riemenantrieb, 8 bar, 1100 W, eff. Liefermenge 140 l/min, 2,5 m Druckluftschlauch mit Schnellkupplung, inkl. Zubehör)
Wenn der Kessel überflüssig istGüde Airpower 180/08Kompressor ohne Druckkessel für Reifen und Ausblasen. Wer nie ein Druckluftwerkzeug anschließt, spart sich die ganze Frage. Dazu gibt es einen eigenen Einzeltest.
Einhell Kompressor TE-AC 240/24 Silent (1500 W, max. 10 bar, 24 L Tank, ölfrei, 240 l/min Ansaugleistung, 70 dB Flüsterkompressor, 2 Manometer, Druckminderer)
Wenn die Lautstärke das eigentliche Problem istEinhell TE-AC 240/24 Silent24 Liter bei 10 bar und 70 dB(A) nach Herstellerangabe. Sieben Dezibel weniger als der TC-AC 240/50/10 OF. Zehn Dezibel entsprechen etwa der halben empfundenen Lautstärke, sieben liegen knapp darunter und sind deutlich hörbar.

Häufige Fragen zu den beiden Modellen

Reicht der 30-Liter-Kessel des Scheppach für einen Schlagschrauber?

Für einzelne Schrauben ja, für einen kompletten Radwechsel wird es eng. Der HC35V hält oberhalb von 6 bar rund 120 Liter entspannte Luft bereit, der Einhell rund 200. Ein Druckluft-Schlagschrauber zieht davon in Sekunden einen erheblichen Teil. Danach arbeitest du im Takt des Kompressors statt im eigenen.

Warum nennt Scheppach keine Abgabeleistung?

Weil sie niemand nennen muss. Vorgeschrieben ist die Angabe nicht, und die Ansaugleistung sieht auf dem Karton besser aus. Aus dem Einhell-Datenblatt lässt sich der übliche Abschlag ablesen und übertragen: rund 130 l/min bei 0 bar und rund 57 l/min bei 7 bar. Wer zwei Kompressoren vergleicht, muss immer prüfen, ob beide Zahlen denselben Bezugsdruck haben.

Sind beide gleich laut?

Einhell gibt 77 dB(A) an, Scheppach macht zum Schalldruckpegel keine Angabe. Beide sind ölfreie Kolbenkompressoren mit 4000 Umdrehungen an der Pumpe, sie liegen also im selben Bereich, und der ist laut. Wer den Kompressor in Hörweite von Nachbarn oder im Keller unter dem Wohnzimmer betreibt, sollte in die Klasse der Silent-Kompressoren schauen. Dort sind 60 bis 70 dB(A) üblich, bei höherem Gewicht.

Ölfrei bei beiden: was heißt das für die Wartung?

Kein Ölstand, kein Ölwechsel, keine Ölnebel in der Druckluft, und beide dürfen ohne Rücksicht auf die Lage transportiert werden. Der Preis dafür ist bei beiden derselbe: mehr Geräusch und mehr Verschleiß an den Kolbenringen als bei einem ölgeschmierten Verdichter. Für den Hobbygebrauch mit wenigen Betriebsstunden im Jahr ist das der richtige Tausch.

Brauche ich wirklich 10 bar?

Kein übliches Druckluftwerkzeug arbeitet mit 10 bar, die meisten wollen 6 bis 6,3 bar am Eingang sehen. Der hohe Abschaltdruck vergrößert aber die nutzbare Reserve zwischen Abschaltpunkt und Arbeitsdruck, und genau die entscheidet, wie lange du ohne Nachlauf arbeiten kannst. Beide Geräte hier bieten die 10 bar, den Arbeitsdruck stellst du am Druckminderer selbst ein.

Die Entscheidung in einem Satz

Fazit
8/10Mehr Reserve bei gleicher Wartezeit

Einhell TC-AC 240/50/10 OF

Wenn der Kompressor an seinem Platz stehen bleibt und irgendwann Druckluftwerkzeug dazukommt, ist der Einhell die richtige Wahl: zwei Drittel mehr nutzbare Luft, ein Drittel mehr Menge je Minute, und das alles belegt statt geschätzt, weil Einhell die Abgabeleistung überhaupt angibt. Wer den Kompressor dagegen regelmäßig trägt, in den Kofferraum hebt oder in eine enge Ecke stellt, und wer ihn für Reifen, Nagler und Ausblasen braucht, kauft mit dem Scheppach HC35V fünf Kilogramm weniger und verliert dabei nichts, was er vermissen würde.
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