Einhell TE-DW 225 X im Test: Schleifgiraffe mit Wechselkopf
Der Einhell TE-DW 225 X ist eine Schleifgiraffe mit einem Zusatz, den die meisten Geräte dieser Klasse nicht haben: Der runde Schleifteller lässt sich gegen einen dreieckigen Kopf tauschen. Damit deckt eine Maschine die Fläche und die Ecke ab, für die man sonst noch ein zweites Gerät oder den Schleifklotz braucht.
Das X im Namen steht genau für diesen Wechselkopf. Wir haben uns angesehen, was Einhell im Datenblatt angibt, wo der Wechsel wirklich Zeit spart und an welcher Stelle die Bauart eine Grenze zieht, die auch der zweite Kopf nicht verschiebt.
Die Daten im Überblick
| Modell | Einhell TE-DW 225 X, Artikelnummer 4259960 |
|---|---|
| Nennaufnahmeleistung | 750 W |
| Nennspannung | 230 bis 240 V ~ 50 Hz |
| Leerlaufdrehzahl runder Kopf | rund 600 bis 1800 min-1 |
| Schwingzahl dreieckiger Kopf | 2400 bis 7200 min-1 |
| Schleiffläche rund | Ø 225 mm |
| Schleiffläche dreieckig | 285 x 285 x 285 mm |
| Teleskoprohr | 1100 bis 1650 mm |
| Absaugadapter | 35,5 mm |
| Gewicht | 3,7 kg |
| Schalldruckpegel | 85 dB(A), K = 3 dB |
| Schallleistungspegel | 96 dB(A), K = 3 dB |
| Vibration | ah = 9,19 m/s², K = 1,5 m/s² |
| Lieferumfang | Maschine, beide Köpfe, je drei runde und dreieckige Korund-Schleifscheiben in P60, P80 und P120, Gitterleinen rund und dreieckig, Saugschlauch, E-Box |
Werte nach dem Datenblatt von Einhell. Auf einhell.de trägt der TE-DW 225 X die Artikelnummer 4259960. Die häufig mitgenannte Nummer 4259990 gehört dort zu einem anderen Gerät, dem Akku-Modell TP-DW 18/225 Li Solo.
Was der Wechselkopf wirklich bringt
Der runde Teller mit 225 Millimetern ist für die Fläche gemacht. Er schwebt auf einem gefederten Bürstenkranz, folgt kleinen Unebenheiten und hält den Staub unter der Haube. Sobald es an die Ecke geht, wird der Bürstenkranz aber zum Hindernis, weil der Rand nie ganz an die angrenzende Wand kommt.
Genau dort setzt der dreieckige Kopf an. Er arbeitet nicht rotierend, sondern schwingend mit 2400 bis 7200 Schwingungen, und seine Spitze erreicht den Winkel zwischen Wand und Decke. Der Wechsel entscheidet in der Praxis darüber, ob eine Fläche wirklich fertig wird oder ob die letzten Zentimeter am nächsten Tag von Hand nachgearbeitet werden.
Teleskoprohr statt Leiter
Von 1100 auf 1650 Millimeter ausgezogen, deckt das Rohr eine normale Zimmerdecke im Stehen ab. Das ist mehr als eine Bequemlichkeit: Wer auf der Leiter schleift, arbeitet nur bis zum Umsetzen, und beim Umsetzen entstehen die Übergänge, die man später im Streiflicht sieht.
Die 3,7 Kilogramm hängen dabei allerdings die ganze Zeit an den Armen. Über Kopf ist das der Punkt, an dem die Pausen länger werden, nicht die Motorleistung. Wer eine ganze Wohnung an Wand und Decke abschleift, sollte das Gerät vorher einmal ausgezogen in der Hand gehalten haben.
9,19 m/s² sind eine Ansage
Der Vibrationswert liegt hoch. Zum Vergleich: Ein kleiner Handschleifer bewegt sich im Bereich von etwa sechs bis sieben, und ab acht Metern pro Sekundenquadrat wird die zulässige Tagesdosis nach den üblichen Grenzwerten schnell knapp. In der Praxis heißt das: Handschuhe, Pausen und keine Acht-Stunden-Schicht am Stück.
Wo er an Grenzen kommt
Dafür
- Zwei Köpfe, rund für die Fläche und dreieckig für die Ecke
- Teleskoprohr von 1100 bis 1650 mm, Decke im Stehen erreichbar
- Drehzahl regelbar von rund 600 bis 1800 Umdrehungen
- Gefederter Bürstenkranz hält den Staub unter der Haube
- Schleifscheiben in drei Körnungen und Gitterleinen liegen bei
- Absauganschluss mit 35,5 mm passt an gängige Werkstattsauger
Dagegen
- Vibration von 9,19 m/s², das begrenzt die Einsatzdauer am Tag
- 3,7 kg hängen über Kopf dauerhaft an den Armen
- Netzbetrieb, das Kabel ist im Rohbau immer im Weg
- Ohne angeschlossenen Sauger wird es trotz Haube staubig
- Der dreieckige Kopf schleift langsamer als der runde Teller
Die Klammer über allem ist der Staub. Eine Schleifgiraffe ohne kräftigen Sauger am anderen Ende des Schlauchs ist ein halbes Gerät, und Gipsstaub setzt Filter schneller zu, als den meisten lieb ist.
Passt er zu deiner Arbeit?
Ja, wenn
- du Wand und Decke im selben Durchgang fertig bekommen willst
- Ecken und Anschlüsse mitgeschliffen werden müssen
- du ohnehin einen Werkstattsauger im Haus hast
- mehr als ein Raum ansteht
Nein, wenn
- es nur um eine einzelne kleine Fläche geht
- du über Kopf nicht lange mit Gewicht arbeiten kannst
- kein Sauger für die Absaugung zur Verfügung steht
- du kabellos arbeiten musst
Wer sich in der rechten Spalte wiederfindet, ist mit einem leichteren Modell aus dem Vergleich der Schleifgiraffen oder mit einem Handschleifer plus Schleifgitter besser bedient.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn es günstiger sein soll: Einhell TC-DWS 225
Das Einstiegsmodell derselben Marke hat den runden Teller mit 225 Millimetern, den Bürstenkranz mit abnehmbarer Kante und die Drehzahlelektronik, aber keinen zweiten Kopf. Für eine Decke reicht das, in der Ecke arbeitest du dann von Hand nach.
Wenn du täglich damit arbeitest: Bosch GTR 55-225
Der Profi-Trockenbauschleifer setzt auf einen ultraflexiblen Schleifkopf und eine Deckenansaugfunktion, die das gefühlte Gewicht beim Arbeiten über Kopf senkt. Genau das ist der Punkt, an dem die Einhell-Maschine im Dauereinsatz verliert. Der Preisabstand ist entsprechend.
Wenn Reichweite zählt: Scheppach DS920
Der DS920 bringt einen von 0 bis 90 Grad neigbaren Schleifkopf, eine LED-Leuchte, vier Meter Kabel und einen vier Meter langen Absaugschlauch mit. Wer ohne Verlängerung durch einen Rohbau kommen will, gewinnt hier mehr, als die Wattzahl vermuten lässt.




