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Brennholzplatz zuhause einrichten: 5 Tipps für Heimwerker

Sein Zuhause wenigstens anteilig mit Brennholz zu beheizen, ist ganz grundsätzlich eine gute Idee, denn es schont nicht nur Umwelt und Klima, sondern obendrein den eigenen Geldbeutel: Brennholz ist, bezogen auf seinen Energiegehalt, deutlich günstiger als andere Energieträger.

Das gilt selbst in der aktuellen Hochpreisphase. Da ist sogar fix und fertiges Brennholz aus dem Baumarkt (die teuerste Vorgehensweise im Vergleich zu anderen Holzhändlern) um rund 40 Prozent günstiger als Gas und Öl.

Allerdings ist der Baumarkt nicht nur per se die kostspieligste Brennholzquelle, sondern allgemein ein ofenfertiger Zustand. Je mehr Arbeitsschritte bis zum fertigen Holzscheit bereits durch den Händler durchgeführt wurden, desto mehr zahlt der Verbraucher.

Heißt, ein Raummeter Holz aus gespaltenen, gekürzten, ofenfertigen Scheiten kostet immer mehr als dasselbe Volumen ein Meter langer Rundhölzer – sogenannte Meterstücke.

Gerade für Haus- und Gartenbesitzer mit entsprechendem Platz kann es sich deshalb stark lohnen, sich einen Brennholzplatz einzurichten. Also einen Ort, an dem sie einerseits Meterstücke lagern und diese andererseits mit genügend Platz ringsherum selbst ofenfertig bearbeiten können. Doch was braucht es dazu?

Tipp #1: Ein günstig gelegener Platz als Grundlage

Kaum ein Hausbesitzer käme auf den Gedanken, den Vorratsraum der Küche auf dem Dachboden einzurichten. Schließlich wären dann viele unnötige Wege zu bewältigen.

Eine ähnliche Denkweise sollte beim Brennholzplatz verfolgt werden. Das heißt, die Arbeits- und Lagerzone sollte verkehrsgünstig angelegt werden.

Wenn die Meterstücke angeliefert werden, sollte das Fahrzeug im besten Fall bis direkt an den Brennholzplatz fahren können. Ist diese Grundlage bewältigt, müssen weitere Positionen beachtet werden – im besten Fall ist ein solcher Ort wie ein Fließbandbetrieb aufgebaut:

  • Es wird eine gut belüftete, wettergeschützte Zone benötigt, in der die Meterstücke bis zur Weiterverarbeitung gelagert werden können.
  • Dicht daneben braucht es eine Freifläche, um das Holz abzulängen und zu spalten.
  • Dem schließt sich eine weitere belüftete, wettergeschützte Zone an, in der die fertigen Holzscheite bis zu ihrer Verwendung lagern – diese Zone kann allerdings durchaus vom Brennholzplatz entfernt angelegt werden. Eine anständige Schubkarre leistet dann gute Dienste.

Grundsätzlich sollte das gesamte Areal möglichst eben sein. Was die Fläche anbelangt, wäre ein Quadrat mit zirka fünf Metern Seitenlänge optimal – wenngleich mehr natürlich immer besser ist.
Eine Überdachung des Arbeitsbereichs ist zwar kein Muss, ermöglicht allerdings ein etwas flexibleres Arbeiten selbst bei gleißender Sonne und strömendem Regen. Als weiterer Vorteil verschlammt der Boden nicht.

Apropos: Dieser sollte im Arbeitsbereich möglichst ein festgestampfter Naturboden sein. Erstens federt dieser am wenigsten, zweitens springen herunterfallende Holzscheite nicht so weit weg, drittens verzeiht er es am ehesten, wenn Sägekette oder Axtklinge mit ihm Kontakt machen.

Tipp #2: Erst spalten oder sägen? Auch eine Werkzeugfrage

Ausgehend vom meterlangen Stammabschnitt sind letzten Endes immer zwei Schritte nötig: Das Holz muss auf 25 oder 33 Zentimeter (je nachdem, was der Ofen vorgibt) abgelängt und aufgespalten werden – ohne diesen Schritt würde es deutlich schlechter fertig austrocknen und Feuer fangen.

Zunächst: Beides benötigt verschiedene Werkzeuge sowohl angetriebener als auch manueller Natur. Für die private Brennholzherstellung sprechen wir dabei von Summen, die tausend Euro leicht überschreiten können, wenn hochwertiges, langlebiges Gerät angeschafft wird.

Unbedingt sollten alle Werkzeuge zusammen erworben werden, andernfalls hakt es erfahrungsgemäß mitten in der Arbeit, man kommt nicht voran. Da vieles jedoch von unterschiedlichen Anbietern erworben werden muss, wäre hierbei der Weg über mehrere Händlerkredite absolut kontraproduktiv (nicht zuletzt für den Schufa-Score).

Wer das Geld nicht selbst hat, sollte deshalb lieber auf einen großen Kredit setzen – dieser lässt sich auf einfache Weise online finden und beantragen. Das beschleunigt das gesamte Verfahren immens.

Welche Werkzeuge jedoch benötigt werden, hängt von der Reihenfolge ab, in der die beiden genannten Arbeiten verrichtet werden – das wiederum ist seit vielen Jahren eine echte Glaubensfrage, um die sich viele Brennholzfans vortrefflich streiten können:

  • Die Meterstücke werden im Ganzen gespalten und erst dann zersägt
 oder
  • die Meterstücke werden erst zersägt und dann gespalten.

Auf Laien mag dies wie ein vernachlässigbarer Unterschied wirken. In der Praxis sind die Auswirkungen jedoch immens. Langes Holz zu spalten ist sehr viel anstrengender. Dafür wird aber bei einem Spaltvorgang viel mehr Holz gemacht.

Welche Vorgehensweise zum Einsatz kommt, hängt nicht zuletzt von der Holzart und der Bezugsquelle ab: Harthölzer sind nass einfacher zu spalten. Weichhölzer hingegen sind trocken nach einem bis zwei Jahren deutlich einfacher zu handhaben.

  • Um Meterstücke zu spalten, wird entweder ein Spalthammer (alternativ Vorschlaghammer) mit mehreren Spaltkeilen benötigt oder aber ein motorisierter Holzspalter, der derartige Längen handhaben kann – äußerst komfortabel, jedoch fangen solche leistungsstarken Spalter preislich in Hobby-Qualität nicht unter zirka 1.500 Euro an.
  • Um ofenlange Scheiben zu spalten, wird hingegen entweder eine Spaltaxt oder ein Holzspalter benötigt – in dieser Leistungsklasse ist er deutlich günstiger, beginnt bei zirka 250 Euro.

Wer auf seinem Brennholzplatz auch eine sehr effektive Form von Ganzkörper-Workout betreiben möchte, der sollte nicht nur generell auf die manuelle Methode vertrauen, sondern überdies die Meterstücke zuerst spalten – es ist wirklich anstrengend, selbst, wenn man nicht bloß blindlings los hackt, sondern auf technisch korrekte Weise.

Zuletzt ist die Frage nach der Technik eine der vorhandenen Energieversorgung: Große Holzspalter benötigen praktisch immer einen 400-Volt-Anschluss, kleinere gibt es auch mit 230-Volt-Motor.

Tipp #3: Brennholz kürzen: Das richtige Werkzeug

Was das Spalten anbelangt, so unterscheidet sich der Werkzeugbedarf je nach gewählter Methode. Wenn es jedoch darum geht, ein meterlanges Stück Holz auf 33 oder 25 Zentimeter zu bringen, finden beide Herangehensweisen wieder zusammen. Dann sind für effizientes und kraftsparendes Arbeiten nur zwei Werkzeuge wirklich interessant:

  1. Die Kettensäge mit Verbrennungs- oder Elektromotor. Sie benötigt in diesem Fall unbedingt einen Sägebock, auf dem das Holz liegt. Insgesamt ist dies die günstigere Herangehensweise. Allerdings ist sie etwas aufwendiger. Pro Holzscheit verschlingt das Sägen, das Verschieben des Holzstücks usw. mehr Zeit. Das gilt selbst dann, wenn ein spezielles Holzmaß am Sägeschwert befestigt ist, wodurch das ständige Abmessen entfällt.
  2. Eine elektrische Wippsäge. Sie benötigt zwar bei sehr vielen Geräten einen 400-Volt-Anschluss und kostet mindestens einige hundert Euro. Dafür allerdings muss das Meterstück nur in eine Wiege gelegt und diese in Richtung Sägeblatt gekippt werden. Das geht äußerst fix und ist besonders im Vergleich mit Benzin-Kettensägen deutlich leiser. Zudem besitzen viele Wippsägen einen verstellbaren Anschlag. Nach dem Ablängen eines Scheits muss das restliche Holz nur mit einem Handgriff nachgeschoben werden und das Maß stimmt wieder.

Tipp #4: Der unverzichtbare Hauklotz

Wer zuerst sägt und dann händisch spaltet, benötigt ihn sowieso grundsätzlich. Doch ist ein anständiger Hauklotz ganz generell ein wichtiges Must-Have eines anständig eingerichteten Brennholzplatzes. Der Grund: Selbst fertige Scheite taugen noch nicht gänzlich zum Feuermachen.

Zusätzlich ist dünnes Anzünd- oder Anmachholz vonnöten – das lässt sich mit einem Beil perfekt aus Scheiten anfertigen. Das geht ebenfalls am Hauklotz am besten.

Doch was gibt es über diesen Hauklotz zu wissen?

  • Er sollte unbedingt aus gut getrocknetem Hartholz bestehen und einen möglichst großen Durchmesser (>40cm) aufweisen.
  • Er sollte für einen jahrelang stabilen Stand nicht bloß aufgestellt, sondern in die Erde eingelassen werden.
  • Dazu ist es nötig, diesen Teil des Holzes vor dem Eingraben zu entrinden und durch hochwertige Anstriche gegen Fäulnis zu schützen. Zudem sollte das Loch unten mit einer Schicht verdichtetem Feinsplitt ausgekleidet werden.
  • Hauklotzlänge und Lochtiefe müssen so justiert werden, dass die Oberfläche des Klotzes später bis in Kniehöhe reicht. Keinesfalls mehr, sonst lässt sich nicht vernünftig mit Axt und Beil arbeiten.

Profis besorgen sich zum Hauklotz überdies eine Zementwanne in passendem Durchmesser. Umgedreht eignet sie sich hervorragend als äußerst günstiger Wetterschutz für die Hauklotz-Oberseite.

Tipp #5: Weiteres Werkzeug und Wissenswertes

Der Brennholzplatz liegt zwar nicht mitten im Wald. Dennoch sollte hier grundsätzlich immer eine volle persönliche Schutzausrüstung (PSA) Forst getragen werden, der Sicherheit wegen. Weitere Tipps:

  • Selbst wenn viele Holzwerkzeuge heute mit Kunststoffstiel angeboten werden, so sollten besser solche mit Holzstiel genutzt werden – diese lassen sich nämlich immer austauschen, was bei Kunststoff oft nicht der Fall ist. Zudem gibt es Holzstiele in unterschiedlichen Längen, dadurch lassen sich die Werkzeuge besser an das Kopfgewicht und die Körpergröße des Bedieners anpassen.
  • Neben den bereits genannten Werkzeugen sind ein oder zwei Sappies (Axt-ähnliche Werkzeuge, die jedoch nicht über eine Klinge, sondern einen hakenartigen Dorn verfügen) eine äußerst sinnvolle Ergänzung, um Meterstücke einfach und rückenschonend zu handhaben.
  • Äxte und Beile aller Art brauchen in regelmäßigen Abständen ein professionelles Nachschärfen. Das lässt sich absolut selbst handhaben, benötigt aber Flachfeilen sowie einen Schleifstein.
  • Um den richtigen Trocknungsgrad des Holzes zu bestimmen, ist ein digitaler Feuchtemesser vonnöten.

Übrigens lohnt es sich unabhängig von den gewählten Methoden immer, alle Werkzeuge zur Hand zu haben. Wer also beispielsweise Meterstücke mit dem Holzspalter bearbeitet, sollte dennoch zur Sicherheit Spaltkeile und -hammer besitzen. Holz ist ein Naturprodukt und manches lässt sich auf die eine oder andere Weise einfach besser handhaben.

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