Bosch GSR 12V-15 oder Bosch GO 3: Bohrschrauber oder Stabschrauber?

Beide Geräte stehen bei Bosch in der blauen Professional-Linie, beide sind klein, und beide drehen Schrauben. Trotzdem sind sie keine zwei Größen derselben Sache: Der GSR 12V-15 ist ein Bohrschrauber mit Bohrfutter und zwei Gängen, der GO 3 ein Stabschrauber in Stiftform ohne jede Bohrfunktion.
Die Frage lautet deshalb nicht, welches Gerät stärker ist. Sie lautet, ab welcher Schraube das kleine nicht mehr reicht. Wir haben beide einzeln angesehen, unter anderem den Bosch GSR 12V-15 im Test, und legen die Datenblätter nebeneinander.
- GO 3, wenn Möbel, Steckdosen und Gehäuse anstehen320 Gramm, kontrollierte 350 Umdrehungen
- GSR 12V-15, sobald gebohrt wird oder Schrauben über 5 Millimeter kommen
- Die Grenze ist hartBosch nennt für den GO 3 fünf Millimeter Schraubendurchmesser als Ende
Die zwei Kandidaten
Bosch GSR 12V-15
12 Volt, zwei Gänge, 30 Nm, 0,95 kg
Bosch GO 3
3,6 Volt, 5 Nm, 0,32 kg, USB-C
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Bosch GSR 12V-15 | Bosch GO 3 |
|---|---|---|
| Bauart | Bohrschrauber | Stabschrauber |
| Akkuspannung | 12,0 V | 3,6 V |
| Drehmoment hart | 30 Nm | 5 Nm |
| Drehmoment weich | 15 Nm | 2,5 Nm |
| Leerlaufdrehzahl | 0 bis 400 und 0 bis 1300 min-1 | 306 bis 396 min-1 |
| Gänge | zwei | einer |
| Werkzeugaufnahme | Bohrfutter 1 bis 10 mm | 1/4 Zoll Innensechskant |
| Max. Schraubendurchmesser | 7 mm | 5 mm |
| Bohren in Holz | bis Ø 19 mm | nicht vorgesehen |
| Bohren in Stahl | bis 10 mm | nicht vorgesehen |
| Gewicht | 0,95 kg mit Akku | 0,32 kg |
| Akku | wechselbar, 12V-System | fest verbaut, 2,0 Ah |
| Laden | Ladegerät | USB-C |
| Vibration | ah = 1,5 m/s², K = 2,5 | keine Angabe |
| Im Karton | je nach Set | Box, USB-C-Kabel, 8 Bits, Verlängerung |
| Sachnummer | 0601868101 | 0 601 9H2 201 |
Werte nach den Angaben von Bosch Professional zum GSR 12V-15 und zum GO 3. Zu Schall und Vibration des GO 3 macht Bosch keine Angabe, ebenso wenig zu einer Wattleistung des GSR. Beim GO 3 nennt Bosch 0,32 Kilogramm ohne Akku, obwohl der Akku fest verbaut ist. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere.
Was aus den Zahlen folgt
Die Grenze steht beim Durchmesser, nicht beim Newtonmeter
Sechs Newtonmeter Unterschied lassen sich schwer vorstellen, fünf und sieben Millimeter Schraubendurchmesser dagegen gut. Die beiden Zahlen hängen zusammen, weil der Kraftbedarf mit der Fläche wächst und nicht mit dem Durchmesser.
Warum zwei Millimeter mehr so viel ausmachen
Der Querschnitt einer Schraube wächst im Quadrat: 5 mal 5 sind 25, 7 mal 7 sind 49.
Die Schraube, die der GSR gerade noch treibt, hat also fast die doppelte Querschnittsfläche der größten, die der GO 3 vorsieht.
Genau in diesem Verhältnis steht auch das Drehmoment: 5 gegen 30 Newtonmeter, also das Sechsfache. Die Reserve steckt nicht in der Kraft je Schraube, sondern darin, dass der GSR auch dann nicht stehenbleibt, wenn die Schraube klemmt.
Praktisch heißt das: Möbelbeschläge, Steckdosen, Gehäuse und Spanplattenschrauben in vorgebohrtem Holz gehen mit beiden. Eine 6-mal-80-Schraube ins Vollholz geht nur mit dem GSR, und auch der arbeitet dabei am Anschlag. Welche Klasse darüber liegt, zeigt die Übersicht der Akkuschrauber.
Der GSR ist bis zu vier Mal schneller, wenn viele Schrauben anstehen
Der GO 3 dreht mit 306 bis 396 Umdrehungen, der GSR im zweiten Gang mit bis zu 1300. Bei einer einzelnen Schraube fällt das nicht auf, bei einer Küchenmontage schon.
Zeit je Schraube, gerechnet an einer 4 mal 40
Eine Spanplattenschraube mit rund 2 Millimetern Gewindesteigung braucht für 40 Millimeter etwa 20 Umdrehungen.
GO 3 bei rund 350 min-1: 20 geteilt durch 350, mal 60, also rund 3,4 Sekunden.
GSR im zweiten Gang bei 1300 min-1: rund 0,9 Sekunden.
Auf dreißig Schrauben gerechnet sind das gut anderthalb Minuten gegen eine halbe. Die Zahlen gelten für freies Eindrehen ohne Ansetzen und ohne Gegenhalten, sind also eine Rechnung und keine Messung.
Umgekehrt ist die niedrige Drehzahl des GO 3 kein Mangel, sondern der Grund, warum er bei kleinen Schrauben besser ist. Wer eine M3-Schraube in ein Kunststoffgehäuse mit 1300 Umdrehungen setzt, reißt das Gewinde heraus, bevor der Finger vom Schalter ist.
Dreieinhalb Mal so viel Energie im Akku
Wie viel in den Akkus steckt
GO 3: 3,6 Volt mal 2,0 Amperestunden ergeben 7,2 Wattstunden, fest verbaut.
GSR mit dem üblichen 2,0-Ah-Akku: 12 Volt mal 2,0 Amperestunden ergeben 24 Wattstunden, also gut das Dreifache, und dazu wechselbar.
Der Unterschied wirkt zweimal: mehr Vorrat je Ladung, und der leere Akku lässt sich tauschen statt aufladen. Der GO 3 hängt dafür an jedem USB-C-Kabel und braucht kein eigenes Ladegerät.
Wofür welches Modell reicht
Wer noch kleiner sucht oder mehrere Stabschrauber vergleichen will, findet sie unter den Akku-Stabschraubern. Die kompakte Klasse dazwischen steht bei den Mini-Akkuschraubern.
Wo jeder von beiden gewinnt
Für den GSR 12V-15 spricht
- Sechsfaches Drehmoment, 30 statt 5 Newtonmeter
- Bohrfutter bis 10 Millimeter, damit auch Bohren
- Zwei echte Gänge statt nur Drehzahlregelung
- Wechselakku im Professional-12V-System
- Vibrationswert im Datenblatt, 1,5 m/s² und damit niedrig
Für den GO 3 spricht
- 320 Gramm, also ein Drittel des Gewichts
- Niedrige Drehzahl, dadurch Kontrolle bei kleinen Schrauben
- Laden per USB-C, kein eigenes Ladegerät nötig
- Box, acht Bits und Verlängerung liegen bei
- Baut in Stiftform, kommt in Engstellen ohne Bohrfutter davor
Ein ehrlicher Satz dazu: Diese beiden Geräte konkurrieren weniger, als es scheint. Wer viel schraubt, hat am Ende oft beide, weil der GO 3 in der Küchenschublade liegt und der GSR im Koffer. Wie sich der Kleine allein schlägt, steht im Einzeltest zum Bosch GO 3.




