Scheppach Tiger 7000s im Test: Nassschleifen ohne Hitze
Der Scheppach Tiger 7000s ist eine Nassschleifmaschine, also ein langsam laufender Schleifstein, der durch ein Wasserbad läuft. Das Wasser kühlt die Schneide und spült den Abrieb weg. Genau darum geht es bei dieser Bauart: Eine Klinge, die beim Schärfen zu heiß wird, verliert ihre Härte und ist danach schlechter als vorher.
Die Maschine kommt hier als Homekit, also mit den Vorrichtungen für Stemmeisen, Messer und Äxte. Wir haben uns angesehen, was das Datenblatt hergibt und für wen sich ein solches Gerät lohnt.
Die Daten im Überblick
| Modell | Scheppach Tiger 7000s Homekit, Artikelnummer 5903206903 |
|---|---|
| Leistung | 150 W in Betriebsart S1, 200 W kurzzeitig |
| Nennspannung | 230 bis 240 V / 50 Hz, 0,48 A |
| Motordrehzahl | max. 1490 min-1 |
| Schleifstein | Ø 250 x 50 mm, Körnung K 220, läuft mit 115 min-1 |
| Lederscheibe | Ø 200 x 30 mm, läuft mit 116 min-1 |
| Antriebswelle | 12 mm |
| Abmessungen | 452 x 370 x 358 mm |
| Gewicht | 12,22 kg netto, 14,71 kg brutto |
| Schalldruckpegel | 63,7 dB |
| Schallleistungspegel | 76,7 dB |
| Schutzart | IP 54, Elektrik IP 20, Kabellänge 1800 mm |
| Lieferumfang | Winkellehre, Abziehpaste, Vorrichtungen für Stemmeisen, Messer und Äxte |
Werte nach den Angaben von Scheppach. Zum Fassungsvermögen des Wasserbads und zur Vibration macht Scheppach keine Angabe.
Warum 115 Umdrehungen der Punkt sind
Ein normaler Schleifbock dreht mit fast 3000 Umdrehungen. Auf einer dünnen Klinge entsteht dabei so viel Reibungswärme, dass der Stahl anläuft. Sobald sich die Schneide blau verfärbt, ist die Härte weg, und die Klinge wird nie wieder richtig scharf. Zurückholen lässt sich das nicht, nur wegschleifen.
Mit 115 Umdrehungen und einem Stein, der durch Wasser läuft, kann das nicht passieren. Dafür dauert es länger. Wer ein stumpfes Beil in Form bringt, steht eine Weile an der Maschine. Das ist der Handel, den diese Bauart anbietet: Zeit gegen Sicherheit.
Der Stein mit K 220 ist ein Kompromiss
Körnung 220 ist mittelgrob. Sie trägt genug ab, um eine beschädigte Fase neu anzulegen, hinterlässt aber eine sichtbare Riefenstruktur. Die eigentliche Schärfe entsteht danach an der Lederscheibe mit Abziehpaste, die den Grat entfernt und die Fase poliert.
Wer sehr feine Schneiden will, ergänzt später einen feineren Abziehstein von Hand. Für Stemmeisen, Hobeleisen und Küchenmesser reicht der Ablauf aus Stein und Lederscheibe vollständig aus.
63,7 dB sind für eine Werkstattmaschine leise
Der Schalldruckpegel liegt unter dem eines Staubsaugers. Das liegt am Induktionsmotor und an der niedrigen Drehzahl. Man kann daneben stehen und sich unterhalten, was bei Werkstattmaschinen die Ausnahme ist. Die 12,22 Kilogramm sorgen zusätzlich dafür, dass nichts wandert.
Wo er an Grenzen kommt
Dafür
- Schneide kann durch die Wasserkühlung nicht ausglühen
- Stein mit 250 mm Durchmesser, für die Klasse groß
- Lederscheibe und Abziehpaste gehören dazu
- Vorrichtungen für Stemmeisen, Messer und Äxte im Set
- 63,7 dB, deutlich leiser als ein Schleifbock
- 12,22 kg, steht ohne Verschrauben sicher
Dagegen
- Langsam, das Anlegen einer Fase dauert
- Nur eine Körnung, feiner Abzug braucht Zubehör
- Wasserbad muss nach jeder Sitzung geleert werden
- Deutlich teurer als ein einfacher Doppelschleifer
- Keine Angaben zu Wasserfüllmenge und Vibration
Die Klammer über allem ist die Frage, wie viele Klingen im Haushalt sind. Wer schnitzt, hobelt und in der Küche gute Messer benutzt, hat schnell zehn Schneiden zusammen. Wer ein Brotmesser besitzt, nicht.
Passt er zu deiner Arbeit?
Ja, wenn
- du mit Stemmeisen oder Hobeleisen arbeitest
- gute Küchenmesser im Haus sind
- du bisher jede Klinge weggegeben hast
- ein fester Platz in der Werkstatt vorhanden ist
Nein, wenn
- es bei ein, zwei Klingen im Jahr bleibt
- du hauptsächlich Bohrer oder Wendemesser schärfen willst
- kein Platz für eine stationäre Maschine da ist
- es schnell gehen soll
Für gelegentliches Nachschärfen und für gröbere Metallarbeiten bleibt ein trockener Doppelschleifer die günstigere Lösung, solange man auf die Temperatur achtet.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn es günstiger sein soll: Güde GNS 200 VS
Der GNS 200 VS arbeitet mit 120 Watt und einer 200er Scheibe und kombiniert Nass- und Trockenschleifen in einem Gerät. Er kostet deutlich weniger, hat aber einen kleineren Stein und weniger Vorrichtungen im Lieferumfang.
Wenn die Drehzahl variabel sein soll: Bucktool 250 mm
Der Bucktool hat denselben Steindurchmesser, aber eine regelbare Drehzahl. Für unterschiedliche Stähle und Klingengrößen ist das ein echter Vorteil, weil sich Abtrag und Sicherheit besser austarieren lassen.
Wenn es das Original sein soll: Tormek T4
Die Tormek T4 ist das Vorbild dieser ganzen Bauart, mit dem größten Zubehörprogramm und den präzisesten Vorrichtungen. Sie kostet ein Vielfaches und lohnt sich für alle, die täglich schärfen oder sehr feine Werkzeuge pflegen.




